Oberwesel am Rhein
Stadt der Rheinromantik
Oberwesel auf Papier und Leinwand
Eine große Anzahl von Stadtansichten zeigt Oberwesel in der Zeit der so
genannten Rheinromantik. Die ersten Rheintouristen waren Engländer, die
zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Scharen an den Rhein kamen. Sie schwärmten
von den pittoresken Burgruinen und den altersgrauen Städtchen. Viele Maler
brachten Landschaftsbilder mit nach Hause und fertigten dort preiswerte Stahlstiche an.
Oberwesel, der Romantik schönster Zufluchtsort
„Gruß dir, Romantik! Träumend zieh ich ein in deinen schönsten Zufluchtsort am Rhein",
so besang der Dichter Ferdinand Freiligrath Oberwesel. Um 1840 war Oberwesel für viele
Dichter ein „Zufluchtsort am Rhein“. Mit Vorliebe kehrten sie im Gasthaus "Zum goldenen
Pfropfenzieher" ein, wo sie ihre fortschrittlichen politischen Gedanken diskutieren konnten.
Dort sang Hoffmann von Fallersleben 1843 zum ersten Mal das "Lied der Deutschen",
unsere Nationalhymne. Das Stadtmuseum hält die Erinnerung an dieses bedeutende Ereignis der
deutschen Geschichte wach.
Von der Weinhex verzaubert
In Oberwesel regiert nicht eine Weinkönigin, sondern eine Weinhex. Mit ihrem Weinhexenspruch
"verhext" sie die Menschen und verzaubert den Wein. In der Walpurgisnacht, der Nacht vor dem
1. Mai, entsteigt sie auf dem Marktplatz einem großen Fass, um alles Böse von den Reben und
den Winzern fern zu halten. Im Stadtmuseum begeistern eine Fotogalerie und das historische
Kostüm der Weinhexen nicht nur die einheimischen Besucher.